Ausgabe 2 >2020

2 | 2020 Esslinger Gesundheitsmagazin 25 Der neue Ärztliche Direktor Chefarzt Professor Dr. Stefan Krämer ist seit April Ärztlicher Direktor am Klinikum Esslingen. Der 52-jährige Radiologe arbeitet bereits seit 14 Jahren am Klinikum und kennt das Haus, dessen Historie sowie viele Mitarbeiter sehr gut. Herr Professor Dr. Krämer, seit April haben Sie das Amt des Ärztlichen Direktors für das Klinikum Esslingen übernommen. Welche Aufgaben gehen damit einher? Der Ärztliche Direktor ist Teil der Klinikumsleitung, die sich aus dem Geschäftsführer, dem kaufmännischen Direktor, der Pflege- dienstleitung, seinem Stellvertreter und ihm selbst zusammen- setzt. Dieses Gremium hat eine lenkende Funktion für das Unter- nehmen und trifft strategische Entscheidungen. Zudem sind dem Ärztlichen Direktor einzelne Fachbereiche unmittelbar unterstellt. Hierzu zählt beispielsweise die Hygiene mit ihren Hygiene­ beauftragten. Darüber hinaus ist der Ärztliche Direktor auch in der Arzneimittelkommission als ständiges Mitglied integriert. Das bedeutet, dass Sie einiges an zusätzlichen Anforderungen und Verantwortung zu Ihrer Funktion als Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklear­ medizin übernehmen. Wie kam es dazu? Die Besetzung des Ärztlichen Direktors wird vom Chefarztkolle­ gium vorgeschlagen. Da ich bereits seit 2006 am Klinikum tätig bin, blicke ich auf viele Weichenstellungen und initiierte Pro- zesse zurück. Aufgrund dieser Erfahrung habe ich mich bereit erklärt, für das Klinikum Verantwortung zu übernehmen. Im Gegensatz zu der Tätigkeit als Chefarzt stehen mit der Funktion übergeordnete Themen im Vordergrund. Hier ist zum einen an eine strategische Ausrichtung zu denken, aber auch Personal- struktur und Mitarbeiterführung sind elementare Pfeiler einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Klinikums. Die Herausfor- derung solcher neuer Aufgaben motiviert mich. Dank der brei- ten Unterstützung durch die Oberärzte meiner Abteilung kann der Spagat zwischen meiner Chefarztfunktion und der Funktion als Ärztlicher Direktor gelingen. Ihr Amtsantritt fiel mitten in die erste Welle der Corona-Pandemie. Hier gab es einiges an Krisenmanagement zu leisten. Was fordert Sie hier in besonderem Maße als Ärztlicher Direktor? Die Covid-19-Pandemie hat der Klinikumsleitung mit den Experten aus Infektiologie, Intensivmedizin und Hygiene viel abverlangt. Es gab tägliche Krisensitzungen, ein auf die Situation zugeschnit- tener Pandemieplan musste erarbeitet, regulative Aufgaben verteilt und umgesetzt werden. Diese galt es permanent an die Auflagen des Bundes und des Robert-Koch-Institutes anzupas- sen. Eskalationspläne und vor allem Deeskalationspläne wurden regelmäßig überarbeitet, um auf der einen Seite maximalen Schutz für Patienten und Mitarbeiter sicherzustellen, auf der anderen Seite aber auch einen Betrieb mit qualitativ weiterhin hochwer- tiger Versorgung und auch angepassten Fallzahlen zu gewähr- leisten. Hierbei war die gesamte Mitarbeiterschaft von der Logistik, dem Reinigungsdienst, der Verwaltung sowie der Pflege, den Funktionsbereichen und der Ärzteschaft extrem gefordert. Gibt es Themenfelder, die Sie gerne in Ihrer neuen Funktion angehen möchten? Ich möchte die integrative Zusammenarbeit stärken. Der ärztliche und pflegerische Dienst muss sich noch stärker als ein einheitliches Team begreifen und berufsgruppenübergreifend denken. Eine echte Stärke des Klinikums sind die kurzen Wege in unserem Haus. Sie fördern die bestmögliche enge Verzahnung und tragen dadurch zu einer optimalen Patientenzuwendung bei. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Klinikums? Ich wünsche mir, dass die Mitarbeiter sehen, dass sie durch ihre Leistungen in allen Bereichen zum wirtschaftlichen Erfolg des Klinikums beitragen. Sie sollen durch Arbeitsplatzsicherheit, fach- liche medizinische, aber auch infrastrukturelle Weiterentwick- lungsoptionen belohnt werden. Das Gespräch führte Ursula Kächele

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