2 2015
Esslinger Gesundheitsmagazin 25
Dr. Jürgen Zieger (re.), Oberbürgermeister
der Stadt Esslingen a. N., im Gespräch
mit Bernd Sieber, Geschäftsführer des
Klinikums Esslingen
platz Klinikum Esslingen erleben können,
bieten wir in unseren Kliniken Plätze für
PJ-Studenten, also für Studenten im
Praktischen Jahr.
Zudem verfügt das Klinikum Esslin-
gen über eine Krankenpflegeschule,
die im letzten Jahr ihr 75-jähriges
Jubiläum feiern konnte. Wie gefragt
ist derzeit eine Krankenpflegeausbil-
dung in Esslingen?
Bernd Sieber:
So wie es in manchen
Bereichen zunehmend schwerer wird,
qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, so
verzeichnen Ausbildungsbetriebe und
eben auch Pflegeschulen rückläufige
Bewerberzahlen. Bislang aber gehen auf
die 30 Ausbildungsplätze, die wir jedes
Jahr in unserer Schule für Pflegeberufe
anbieten, 300 bis 400 Bewerbungen ein,
aus denen die Schulleitung in einem auf-
wändigen Verfahren die geeignetsten
Bewerberinnen und Bewerber auswählt.
20 Schülerinnen und Schüler starten
jeweils am 1. Oktober die dreijährige Aus-
bildung zur/zum Gesundheits- und
Krankenpflegerin/-pfleger. Weitere zehn
werden in Gesundheits- und Kinderkran-
kenpflege ausgebildet. Alle drei Jahre
startet im April ein zusätzlicher Kurs, so
dass in unserer Schule und im Klinikum
Esslingen immer gleichzeitig 120 Schüle-
rinnen und Schüler ausgebildet werden.
Und wie geht es weiter für die Absol-
venten einer Ausbildung bei der
Stadt und im Klinikum Esslingen?
Dr. Zieger:
Wie Herr Sieber ja bereits
erwähnt hat, ist es inzwischen nicht
immer ganz einfach, gute Fachkräfte zu
gewinnen. Das gilt für die Stadtverwal-
tung genauso wie für das Klinikum. Die
Ausbildungsangebote und vor allem auch
die gute Ausbildungsqualität sind deshalb
nicht ganz uneigennützig. Vielmehr
wachsen so die Fachkräfte heran, die wir
in den nächsten Jahren benötigen. Des-
halb werden die meisten Azubis bei der
Stadt – wenn sie das wollen – nach ihrer
Ausbildung übernommen. Und sehr viele
machen von demAngebot Gebrauch, weil
sie während ihrer Ausbildung umfassend
Gelegenheit hatten, die Stadt als guten
Arbeitgeber kennen zu lernen.
Bernd Sieber:
Natürlich gibt es immer
Schülerinnen und Schüler, die nach ihrer
Ausbildung bei uns aus unterschiedlichen
Gründen in eine andere Klinik, eine
andere Gesundheitseinrichtung wechseln
oder im Anschluss noch ein Studium auf-
nehmen. Die meisten aber bleiben nach
der Ausbildung und werden von uns auch
gerne übernommen. Insgesamt aber wird
deutlich: Eine Ausbildung im Klinikum
Esslingen ist in den meisten Fällen Garan-
tie für einen sicheren Job – sei es bei uns
oder anderswo.
Und wie steht es mit Fort- und Wei-
terbildungsmöglichkeiten für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Bernd Sieber:
Unser Bereich innerbe-
triebliche Fort- und Weiterbildung
unterstützt die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sowohl in der beruflichen
Weiterbildung als auch mit Angeboten
zur persönlichen Entwicklung. Dazu
gehören etwa Leitungsfortbildungen und
spezielle Qualifikationen in der Pflege,
aber zum Beispiel auch Schulungen für
den Ausbau von Managementkompe
tenzen für Führungskräfte. Hinzu kom-
men die fachlichen Schulungen sowohl
für Pflegekräfte als auch für unsere
Ärzte. Mit demmedizinischen Fortschritt
steigen die fachlichen Anforderungen an
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die regelmäßigen Fortbildungen sorgen
dafür, dass Ärzte und Pflegekräfte im
Klinikum Esslingen unser Patienten
immer und überall nach dem aktuellen
Stand der medizinischen Forschung be-
handeln.
Dr. Zieger:
Wichtig ist auch der regel-
mäßige Austausch mit den niedergelas-
senen Ärzten. Die Chefärzte des Klini-
kums laden ihre niedergelassenen
Kolleginnen und Kollegen regelmäßig zu
Fachveranstaltungen ein. Auf große
Resonanz stößt auch regelmäßig der Ess-
linger Ärztetag, der in diesem Jahr schon
zum zehnten Mal von der Kreisärzte-
schaft organisiert worden ist, auf dem
aktuelle medizinische Themen diskutiert
werden. Diese gemeinsamen Veranstal-
tungen stärken die Zusammenarbeit zwi-
schen den niedergelassenen Ärztinnen
und Ärzten und ihren Fachkollegen im
Klinikum und helfen, die gute Qualität in
der Patientenbehandlung weiter zu ver-
bessern.
Das Gespräch führte
Michael Sommer




